Die Elektroverteilungen  waren  neben den Stahlöfen die wichtigsten Einrichtungen der Hütten und Werke. Der Bochumer Verein hatte mehrere Systeme, mit denen er quasi unterbrechungsfrei mit Strom versorgt werden konnte und mußte. Im Untergrund zwischen der Stahlgießerei und der Formerei lag die Tunnelverteilung. Neben den beiden Hauptzugängen gab es zwei weiter, gesonderte Luftschutzeingangsbauwerke und einen Notausstieg über die Altkanäle des vorigen Jahrhunderts.

Elektroverteilung1

Hier zu sehen , der Luftschutz - Bereich der Sanitäter und  der Zugang zu den Luftschutzräumen für die französischen Kriegsgefangenen, die Mitarbeiter der Elektrowerkstatt, die Meister des Stahlwerksbetriebes und die Mitarbeiter der Stahlgießerei 1

Elektroverteilung 2

Elektro - Gerätschaft  Anschlußkästen und Sicherungen

 

Elektroverteilung 3

Die Verteilungs - und Schaltkästen

Elektroverteilung 4

Notausstieg

 

Elektroverteilung 5

die 5000 Volt - Versorgung mit den Systemen 1 und 2 konnte von hier aus geschaltet werden

 

Elektroverteilung 6

Die Zugänge wurden verfüllt

Tunnelverteilung-Dokumentation1

Flur im Personen-Luftschutzbereich -  Ein Kanalschacht wurde hier mit eingepasstem Betondeckel verschlossen

 

Tunnelverteilung-Dokumentation2

Verbliebene Technik - Lüfter mit Filter

Tunnelverteilung-Dokumentation3

Raumansicht - Hier könnten mit einem bisschen Willen und Geld auch interessante Führungen stattfinden wie auch  Ausstellungen usw. getätigt werden. Stichworte wären: Stadtgeschichte, bautechnische Geschichte, soziale Geschichte, Zwangsarbeiter, Krieg und Frieden, Kultur, Heimatgeschichte u.v.m.

SBB_Tunnelverteilung_Plan

1) Trafos und Zugänge von Tor 3 und den Stahlwerkshallen

2) Schaltraum

3) Steuerungsraum

4) Alter Versorgungskanal - Verbindung zum Hammerwerk - in der Kriegszeit als Notausgang / Fluchtstollen eingeplant -  bereits in den 80er Jahren verbrochen - Als Besonderheit weist dieser Stollen einen zusätzlichen Notausstieg in einen höherliegenden Versorgungskanal auf. Dieser war ehemals gasdicht gestaltet (selbstzentrierender Deckel)

5) Schutzraum für Französische Kriegsgefangene

6) Schutzraum mit Schutzraumbelüftung - Besonderheit: Telefonliste an der Wand

7) Schutzraum mit Schutzraumbelüftung

8) Schutzraum

9) Schutzraum - Befehlsstelle ehemals mit Zugang zu anderen unterirdischen Anlagen/Bereichen (wurde direkt nach dem Krieg zubetoniert)

10) Schleuse mit Splitterschutzmauern

11) Hauptversorgungskanal - ehem. Verbindungen zu allen Bereichen - u.a. Jahrhunderthalle (zwischenzeitlich zerstört)

 

Die  Ansichten sind nunmehr als historische Dokumentation zu betrachten.

Die gezeigte Anlage wurde beseitigt. Besonders tragisch ist, daß im Zuge der “Sanierungsarbeiten” (baureifmachung) der lange gesuchte Russenbunker freigelegt  und ebenfalls beseitigt wurde - allerdings ohne weitergehende Dokumentation.

Die angekündigten Investoren, für die der Bereich “hergerichtet” wurde, sind bis dato nicht gefunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein besonders eindrucksvolles Bauwerk des Bochumer Verein ist die “Tunnelverteilung”beim ehemaligen Tor 3 an der Alleestraße. Diese wurde zeitgleich mit dem Kolosseum um 1912 gebaut. Hierbei handelte es sich ursprünglich um einen Verbindungstunnel, der zwischen zwei Schlacken- und Bergehalden in Tagebauweise gebaut wurde. Mit dem Kolosseum und dem Tunnel  konnte das Gelände, bei gleichzeitiger Schaffung eines höheren Haldenvolumens,  besser ausgenutzt werden. Das Stahlwerksplateau entstand durch Auffüllung mit Schlacken und Bergematerial links und rechts des Tunnel.

Mit den Stahlwerksumbauten 1934 - 1937 wurde hier ein Schalthaus mit angeschlossenem Luftschutzbereich eingebaut. Mit einer nachträglich eingezogenen Beton-Zwischendecke gestaltete man diese Anlage besonders luftgeschützt um. Hier trafen Sach- und  Personenluftschutz direkt zusammen. Diese Einbauten sind u.a. Beweis für die frühe Vorbereitung auf einen Krieg, mithin  Zeugnis darüber, daß sich besonders kriegswichtige Betriebe massiv auf einen Krieg  vorbereiteten.

Unterhalb der Tunnelverteilung schlängelt sich noch ein voll begehbarer Versorgungskanal bis zur Jahrhunderthalle hin. Seit der Umgestaltung der Jahrhunderthalle ist dieser Leitungskanal durch einen Verbruch unterbrochen. Bei den Umgestaltungsarbeiten des Vorplatzes wurde die Decke in Unkenntnis der örtlichen Gegebenheiten aufgepickt.

Ein begehbarer Haupt-Abwasserkanal der in den Maarbach entwässert unterquert noch die tiefliegenden Versorgungskanäle im Bereich des Stahlwerksplateau.

Mitte 2012 wurde begonnen, das Stahlwerksplateau für eine neuzeitliche Bebauung vorzubereiten. Im Zuge der Geländeaufbereitung wird dieses weltweit einzigartige Bauwerk zumindest größtenteils beseitigt werden.

In diesem Zuge werden auch die verbliebenen Reste des Stahlwerkes beseitigt, also genau die Anlagen, auf die die Stadt. in der der Stahlguß von Jacob Mayer erfunden wurde, so stolz ist.

 

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