Die einfachste Möglichkeit Luftschutzräume zu schaffen bestand darin, in den Luftschutzkellern Holzabstützungen einzubauen. Aber auch im Luftschutz - Stollenbau war Holz das am häufigsten verwendete Material. Bei der Befahrung von alten Holz - Luftschutzstollen konnten wir im Bereich des Luftschutzortes Bochum  Stempelgrößen zwischen 10 cm und 30 cm Durchmesser bis hin zu Eisenbahnschwellen registrieren. Der Zustand und die Tragfähigkeit der Holzverbaue ist von Anlage zu Anlage bis hin zu komplett zerfallenen Holzresten unterschiedlich. Viele der alten Anlagen wurden bereits verfüllt oder sind teilverfüllt. Was allerdings hier kaum beachtet wurde ist, daß bei fortschreitendem Holzzerfall im verfüllten Bereich wieder Hohlräume entstehen. Dadurch wiederum besteht die Möglichkeit, daß z.B. bei starken Regenereignissen diese Hohlräume eine Vorflut bilden können. Wenn das in die nach dem verfüllen entstandenen Hohlräume eingedrungene Wasser abfließen kann, besteht hier die Gefahr von Auswaschungen, bzw. von Kavernenbildungen und somit eine weitere Folgeproblematik bis hin zu Tagesbrüchen und Geländeabsenkungen.

Diesbezüglich verweisen wir auf die Ausarbeitungen und Untersuchungsergebnisse von Dr.-Ing. habil. G. Meier , Wegefarth / Freiberg

http://www.dr-gmeier.de/

Nachfolgend ein Auszug über die weitere Holzproblematik

Holz im Altbergbau

Holz war über Jahrhunderte das wichtigste und vielseitigste Ausbaumaterial im Bergbau.   Bei der geotechnisch-markscheiderischen Bewertung und bei Sicherungs- und Verwahrungsarbeiten von tagesnahen Grubenbauen ist der hohe Volumenanteil an Altholz zu berücksichtigen. Der differenzierte Holzeinsatz in Abbauen und Strecken des Altbergbaus wird in den Größenordungen umrissen. Vor allem in lufterfüllten Grubenbauen und Luft-Wasser-Wechselzonen wirkt die Zersetzung des Holzes durch Pilze zeitlich sehr differenziert. Holz in ständig wassererfüllten Bergbauteilen ist weitestgehend langzeitstabil. Bei bergtechnischen Maßnahmen zur Sicherung und Verwahrung von Grubenbauen sollte Holz nach den Arbeiten wieder entfernt werden. Weitere Analysen, Schlussfolgerungen und Hinweise zur Holzproblematik im Altbergbau werden gegeben. Problemstellung In den zurückliegenden Jahrhunderten war Holz das vorherrschende Ausbaumaterial und vielseitiger Baustoff in fast allen Zweigen des Bergbaus. Nicht nur als Stützkonstruktion (Veröffentlicht in: Tagungsband 6. Altbergbau-Kolloquium, 09. - 11. Nov. 2006, RWTH Aachen, S. 217 - 229, VGE Verlag GmbH, Essen 2006)

Zur Sicherung der Grubenbaue bei unterschiedlichen Abbauverfahren, sondern auch als Einbauten in Schächten und Stollen sowie an Werkzeugen oder Maschinen im Bergbau fand Holz als universelles Material eine breite und allseitige Verwendung. Selbst als Energieträger wurde Holz beim Feuersetzen zur Auflockerung von sehr festen, quarzreichen Gesteinen und Erzkörpern im untertägigen Bergbau eingesetzt.  Enorme Mengen des nachwachsenden Rohstoffes Holz kamen in den zurückliegenden Bergbauepochen zum Einsatz. Wälder und sogar ganze Gebirgszüge wurden zu diesem Zweck kahl geschlagen. Bis heute erfüllt Holz als stützendes Element bei bergmännischen Arbeiten oder in Form von Einbauten zumindest temporär, beispielsweise bei Sicherungs- und Verwahrungsmaßnahmen im Altbergbau, ebenfalls seine Funktion. Der vielseitige natürliche Baustoff mit seiner günstigen Verarbeitbarkeit und im Allgemeinen ausreichenden Festigkeits- und damit Tragfähigkeitseigenschaften, hoher Elastizität, geringen Transport- und Einbaukosten einschließlich der Warnfähigkeit bei Gebirgsbewegungen machten über die Jahrhunderte das Holz unentbehrlich im Bergbau. Als organischer Rohstoff hat das Holz jedoch den Nachteil der verhältnismäßig raschen Vergänglichkeit. Holz löst sich dabei in Wasser, Gas und feste Restbestandteile auf. Der daraus resultierende Volumenschwund hinterlässt in den unter- und übertägigen Altbergbaurelikten teils erhebliche Hohlräume. Aber auch die stützende Funktion als Ausbauelement wird durch die Holzzersetzung abgebaut bzw. aufgehoben, was zu Spannungsumlagerungen im Gebirge, Materialbewegungen und somit zu Einwirkungen auf die Tagesoberfläche führen kann. Im Übertagebereich können durch Holzzerfall Bewegungen in Halden und in deren Böschungen oder in Verfüll- und Verbruchzonen von Schächten und Abbauen auftreten. Diese Prozesse des Volumenschwundes unterliegen vor allem in ihrem zeitlichen Verlauf sehr unterschiedlichen inneren und äußeren Einflüssen, woraus sehr differenzierte Erscheinungsbilder und zeitliche Abläufe der Bewegungen resultieren. Bei der geotechnisch-markscheiderischen Bewertung von altbergbaulichen Einwirkungsbereichen und von langzeitwirksamen Sicherungs- und Verwahrungsmaßnahmen ist der Verbleib von Holz in den Grubenbauen einschließlich Halden, Kippen und Verbruchzonen sowie Versatzbereichen zu berücksichtigen. Anhand von Volumenberechnungen lassen sich die Größenordungen von Auswirkungen des Holzvolumenschwundes auf die Tagesoberfläche abschätzen.

 

Weitere und umfangreiche Informationen finden sie unter

http://www.dr-gmeier.de/index.php?content=sonstiges-onlineartikel

Holzausbau zerfallen

Mit Holz und Blech ausgebauter Luftschutzstollen. Das Holz ist nicht mehr tragfähig und der Ausbau bereits zusammengefallen

 

 

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