Luftschutzräume sind hermetisch verschließbare Räume, die verhindern sollen, daß Gase eindringen. In die verschlossenen Luftschutzanlagen gelangt auf natürliche Weise folglich auch keine Frischluft mehr hinein. Deswegen muß eine ständige Zwangsbelüftung (in Luftschutzstollen nennt man dies auch Bewetterung) während der gesamten Nutzungsdauer erfolgen.

Da eine Luftschutzanlage auch vor chemischen und / oder bakteriologischen Kampfstoffen Schutz bieten muß, kann die Luft im Bedarfsfall von Kontaminierungen befreit werden. Dies nennt man Kampfstoffbelüftung bzw. Schutzluft

Deshalb besteht in Luftschutzanlagen aller Art die Möglichkeit, normale Frischluft von außen in den Schutzraum zu befördern, oder im Falle kontaminierter Außenluft, diese über eine Bypassleitung  oder einen sepparaten Lufteinlass mit Filternso zu reinigen, daß die Menschen im Schutzraum atembare und unvergiftete Luft atmen können

Die Belüftung kann über drei Arten erfolgen

Gereinigte Außenluft , die gekühlt und ggf entfeuchtet werden kann.

Die Außenluft wird mit einem Ventilator in den Schutzraum gefördert, wobei eine große Menge Luft von außen benötigt wird mithin die Luftfilter sich schneller zusetzen - unbrauchbar werden.

Schaffung von großen Räumen (Volumen / Person) zur besseren Ableitung der anstehenden Wärmeerzeugung durch die menschliche Körperwärmeabstrahlung. Dadurch kann die Luftzufuhr annähernd auf den echten Luftverbrauch / Person reduziert werden

Zur Belüftung selbst sind technische Geräte notwendig. Diese unterscheidet man in

Elektrische Belüftung (mit Motor betriebene Lüfter)

Manuelle Belüftung (durch kurbelnoder mit Hebeln betätigte Lüfter)

Kombinierte Lüfter (Motorbetrieben und Manuell zu betätigen)

Weiterhin gibt es Ausführungen als Standgeräte, die auch mitten in Räumen aufgestellt werden konnten. Und es können  Lüfter an der Wand befestigt werden. 

Drehkolbenlüfter oder Kurbellüfter, die manuell betätigt werden, wurden mundartlich “Handkurbellüfter” genannt. Obwohl die Verwendung dieser Bezeichnung eigentlich untersagt wurde (Befehl zur Einhaltung der Begriffsbestimmungen), gab es bis Kriegsende immer wieder mal Bestellungen von “Handkurbellüftern”.

Zum besseren Luftdurchsatz konnten / mußten in größeren Luftschutzanlagen zusätzlich auch Abluftanlagen eingebaut werden. Abluftanlagen wurden nur elektrisch angetrieben

Damit keine Kampfstoffe in den Schutzraum gelangen, wurde und wird auch heutzutage noch ein Überdruck innerhalb des Schutzraumes aufgebaut. Der Überdruck kann hierbei zwischen 5 mm und 15 mm WS (Wassersäule) liegen. Damit der erhöhte Luftdruck reguliert werden kann, bzw. den vorbestimmten Druck hält, wurden in den alten Luftschutzanlagen und werden in neuzeitlichen Schutzräumen Überdruckventile eingesetzt.

Wer  als Laie einen Luftschutz Hochbunker von außen betrachtet, stellt sich zwangsläufig einmal die Frage, warum  so viele Löcher darin sind. Manchmal sind sie rund und manchmal eckig, aber es sind recht viele. Dazu gibt es sogar wilde Spekulationen, angefangen von der Schießscharte bis hin zu vorbereiteten Löchern für die Fixierung von Gerüsten oder zur Aufhängung von Tarnnetzen.

Die Antwort ist aber viel banaler. Wenn zu Angriffszeiten kein Gasalarm erfolgt, wird der Bunker ausschließlich mit Frischluft versorgt, bedeutet die Gebläse / Ventilatoren laufen auf Hochtouren und duch Luftverteilungsrohre gelangt diese Frischluft in alle Räume. Und damit man zur Luftdruckregulierung keine gesonderten Maßnahmen ergreifen muß, besitzen alle Räume einen Luftauslass, der nur im Falle eines Gasalarms verschlossen werden mußte. Der Vorteil lag darin, daß verhältnismäßig gute Luft zur Verfügung stand.

Da die Luftversorgung gesichert sein muß, wurden relativ viele konstruktive Maßnahmen ergriffen um dies zu bewirken.

In der Praxis gab es Belüftungsprobleme (Zeitzeugenausagen, Aktenvermerke). Dies lag aber nicht daran, daß hier die Technik versagte, sondern daran, daß manche Bunker noch nicht fertiggestellt waren, bzw. die technischen Einbauten noch nicht erfolgt sind. In Bochum hatten die Bunker Haldenstr., Hans - Sachs - Str. und Hammerstr. bis zuletzt  keine Luftanlagen erhalten. Die Innenausbauten (Zwischenwände , Türen usw.) waren noch nicht beendet.

Die Hauptluftleitung in einem Hochbunker. Von der Hauptleitung aus werden die einzelnen Abschnitte durch Verwendung von kleineren Leitungen versorgt

RohrSIMG9038

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