VorbildbetriebUrkunde

Der Bochumer Verein war Musterbetrieb und Vorbildbetrieb in einem. Im Schatten von Krupp wurden mit Beginn des Vierjahresplanes sämtliche Waffengattungen mit Kriegsgeräten aller Art versorgt.

 Die Urkunde  (das nationalsozialistische Symbol wurde hier unkenntlich gemacht) mit freundlicher Erlaubnis des Archiv Krupp.

Eine Erklärung für Auszeichnungen dieser Art findet sich im nachfolgenden Aufsatz

ZEITSCHRIFT DES VEREINES DEUTSCHER INGENIEURE  29. JANUAR 1938 Nr. 5 Bd. 82
 
Warum Leistungskampf der deutschen Betriebe? Von Peter Speck VDI, Berlin-Marienfelde
 

In diesen Wochen ist wieder der Leistungskampf der deutschen  Betriebe  im Gange, der in  der Ernennung einer Anzahl von Betrieben zu „Nationalsozialistischen Musterbetrieben" seinen Höhepunkt und Abschluß finden wird.
Der Leistungskampf ist Ausdruck des Leistungsprinzips, er beschränkt sich nicht auf die Beurteilung einzelner Äußerlichkeiten, sondern erfaßt den Betrieb in Hinblick auf seine gesamte Leistung für das Volk. Der Aufwand, den dieser Wettbewerb verursacht, dient zunächst dem Volk als Ganzem, es hat sich aber gezeigt, daß er auch den einzelnen Betrieb selbst in ungeahnter Weise fördert.
 
Über 80 000 Betriebe jeder Größe in Deutschland zeigen seit einigen Monaten das Spruchband der Deutschen Arbeitsfront: „Wir marschieren mit! Unser Betrieb steht im Leistungskampf der deutschen Betriebe". Kleinste und größte Betriebe sind vertreten, die Werkstatt mit wenigen Gesellen ebenso wie vielleicht ein großes Eisenwerk, das Tausenden von fleißigen Händen Lohn und Brot gibt. Sie sind dabei, wenn auch einige von ihnen zuerst dem Gedanken eines Betriebswettkampfes verständnislos gegenüberstanden und wenn auch der eine oder andere Betriebsführer auf dem Standpunkt stehen mag, daß ein solcher Leistungswettkampf doch etwas Kostspieliges und Teures ist und vielleicht in keinem Verhältnis zu dem Ziel steht, das erreicht werden soll.
Der Leistungskampf der Betriebe ist nichts anderes als die Fortführung der Verkündigung des Leistungsprinzips, wie es der Nationalsozialismus in den Mittelpunkt einer jeden Arbeit stellt. Das verlangt von vornherein, daß alles daran gesetzt wird, um die Leistung des einzelnen im Volk und des Volkes selbst zu steigern. Nicht mehr nach den Leistungen des Schwächeren soll sich in Zukunft ein ganzes Wirtschaftsdenken richten, sondern die Besten sollen im Mittelpunkt stehen. Was mit dem Berufswettkampf der Jugendlichen begann, fand über den Berufswettkampf aller schaffenden Deutschen im Leistungskampf der deutschen Betriebe seine logische Fortsetzung. Wir haben diesen Wettkampf aufzufassen als „die Bekundung rastlosen, kompromißlosen Vorwärtsstrebens zur Verwirklichung der entscheidendsten Forderung der deutschen Revolution, der Schaffung ewig deutscher Volks- und Leistungsgemeinschaft".
Wer wollte es leugnen, daß dieses kompromißlose Durchführen des Leistungsprinzips zu dem heutigen wirtschaftlichen Aufschwung geführt hat? Immer wieder wird vom Führer darauf hingewiesen, daß das Deutsche Volk den Nachteil, der ihm durch zu knappen Lebensraum und durch mangelnde Bodenschätze entsteht, nur ausgleichen kann, wenn jeder einzelne von uns mehr arbeitet und mehr leistet als der Angehörige eines jeden anderen Volkes der Erde.
 
Wenn die Leistungssteigerung des einzelnen volkswirtschaftlich der ganzen Nation zugute kommt, so ist es nur natürlich, daß sich auch die Betriebe als ein Zusammenschluß vieler deutscher Menschen leistungsmäßig voranbringen, um damit wiederum dem Ganzen, dem Volk zu dienen. Zwar steht im Mittelpunkt des Leistungskampfes, im Vordergrund der Auszeichnung als Nationalsozialistischer Musterbetrieb der einzelne Mensch und die Ausdrucksform, die sein Geist in der Kameradschaft und in der Betriebsgemeinschaft findet. Es gehört aber doch zu einer der wichtigsten Voraussetzungen, daß ein Musterbetrieb wirtschaftlich und technisch an erster Stelle steht. Die richtige wirtschaftliche Zielsetzung unter Berücksichtigung der Anforderungen der politischen Führung, das ist einer der Punkte, die für die Beurteilung eines Betriebes auf seine Eignung als Musterbetrieb maßgebend sind. Wie wird durch einen Betrieb die Ausfuhr gefördert, wieviel hat er zur Devisenbeschaffung im Rahmen seiner Möglichkeiten beigetragen, wie ist seine Einstellung zum Vierjahresplan, trägt er zur Schaffung neuer Werkstoffe bei und wird eine zweckmäßige Altstoff Verwertung betrieben; das sind einige Punkte, die nicht zuletzt mit bewertet werden. Es sind also auch zwingende wirtschaftliche Aufgaben für jeden einzelnen Betriebsführer im Leistungskampf enthalten, und der Wettkampf um die Goldene Fahne der Musterbetriebe verlangt eine intensive Beschäftigung mit diesen Fragen. Um sie positiv beantworten zu können, muß eine Leistungssteigerung und eine erhöhte Wirtschaftlichkeit gefordert werden.
Ein besonderes Wort gilt aber denen, die der Ansicht sind, daß der Leistungswettkampf mit seinen sozialpolitischen Anforderungen hinsichtlich neuer Waschräume, guter Speisesäle, Grünanlagen usw. kostspielig für den einzelnen sein muß.
Man hat jahrzehntelang die Auffassung vertreten, daß das, was an sozialpolitischen Leistungen aufgewen¬det wird, unwiederbringlich verloren sei und auf Verlust-Konto geschrieben werden müsse. Man war sich niemals darüber klar geworden, daß eine gute Leistung, die von einem Arbeiter verlangt wird, zumindest die gleichen guten Arbeitsbedingungen voraussetzt. Selbstverständlich war es eine Zeitlang möglich, unter Ausnutzung aller Arbeitsverfahren höchste Leistungen zu fordern, ohne besondere Gegenleistungen in bezug auf einen schönen Arbeitsplatz, auf gesunde Umgebung usw. zu geben. Man vergaß aber dabei, daß diese Einstellung notwendig dazu führen mußte, einem Menschen das Wichtigste, was es gibt, vorzuenthalten: die Freude an der Arbeit und die innere Zufriedenheit.
Es wurde bereits davon gesprochen, daß in den letzten Jahren durch ständige Leistungssteigerung die deutsche Wirtschaft zu der Höhe gebracht wurde, auf der sie sich heute befindet. Aber auch das wäre allein niemals möglich gewesen ohne eine geänderte innere Einstellung zu den Dingen, ohne eine gründlich gewandelte soziale Einstellung aller Menschen zueinander. Wir sind selbst in den letzten Jahren zu der Erkenntnis von der Richtigkeit des Satzes gekommen, daß eine gute Sozialpolitik immer die beste Wirtschaftspolitik ist. In dem von mir geleiteten Betriebe ist in den letzten Jahren in dieser Hinsicht sehr viel getan worden. Sozialbauten mannigfaltigster Art, wie Wasch- und Garderobenräume, entstanden, Speisesäle, Kaffeeküchen, eine Festhalle, eine neue Lehrlingswerkstatt und vieles andere wurde errichtet. Grundlegend wurden die Fabrikräume umgestaltet, gute Luft und gutes Licht, gute Arbeitsverhältnisse wurden geschaffen, neue Fertigungseinrichtungen beschafft. Es wurde rastlos gearbeitet, und nicht zuletzt war das neu Geschaffene eine der Grundlagen für die Ernennung meines Werkes zum Nationalsozialistischen Musterbetrieb.
Die Hauptgrundlage für diese Auszeichnung aber lag noch auf anderem Gebiete, sie lag in der einheitlichen politischen Ausrichtung meiner Gefolgschaftsmitglieder. Es herrscht heute als Folge einer pflichtbewußten Sorge für jeden einzelnen Mitarbeiter der Geist des Frohsinns und der Kameradschaft im Werk; die Folge davon war eine Einsatzbereitschaft, die vorbildlich ist.
Von sehr vielen, vornehmlich ausländischen Besuchern des von mir geleiteten Betriebes, bin ich immer wieder gefragt worden, ob sich denn die Summen, die für Waschräume, Garderoben, Speiseräume, Festsaal, Grünanlagen usw. ausgeworfen wurden, bezahlt machen. Ich habe diese Frage immer wieder mit ruhigem Gewissen bejahen können. Allerdings, als kurz nach der Machtergreifung durch den Führer der Betrieb von mir übernommen wurde und ich an die Durchführung meines Programms ging, da waren alle Bauten, alle Neueinrichtungen nichts weiter als eben Schaffungen sozialer Art, die auch von keiner anderen Seite aus betrachtet werden wollten. Neben mir hat es auch keinen anderen Betriebsführer gegeben, der hierbei auch nur den geringsten Anhaltspunkt für einen daraus erwachsenden wirtschaftlichen Nutzen gehabt hätte. Etwas anderes aber trat in den Vordergrund. Für meine Gefolgschaftsmitglieder waren diese Einrichtungen nach Jahren des sozialen Unfriedens lebhafte äußere Zeichen der Verbundenheit mit dem einzelnen. Menschliches Eingehen auf den guten deutschen Menschen im Arbeiter führten sehr bald zu einem Geist froher Gemeinschaftsarbeit. Die lange verloren gegangene Arbeitsfreude erstand neu, und die Freude am Schaffen führte zu Leistungen, die einige Jahre vorher mit keinem Mittel zu erreichen gewesen wären.
Es ist unrichtig, wenn man heute sagen will, der hohe ertragreiche Stand, den ein Betrieb heute erreicht hat, sei nur die logische Folge einer allgemeinen deutschen Wirtschaftsbelebung. Gewiß hat jeder gesunde Betrieb Nutzen vom Aufbauwerk des Führers, es ist aber nach meinen jahrelangen Erfahrungen als Leiter großer Werke unmöglich, die heutigen Leistungen nur mit einer günstigen Konjunktur zu erklären. Das Lachen gehört in den leistungsfähigen Betrieb, und es gibt für mich keine bessere Unterstreichung für den Wert einer guten Sozialarbeit als die stolze Erkenntnis, daß trotz erhöhter Anforderungen die menschliche Leistungsfähigkeit in den letzten Jahren und vornehmlich im Zeichen des Leistungskampfes in einer Weise gestiegen ist, die man in der Zeit verbissenen Arbeitens niemals für möglich gehalten hätte.
Es ist für die menschliche Leistungsfähigkeit nicht gleichgültig, ob die Gefolgschaft eines großen Werkes zu ihrem Betriebsführer ein gutes persönliches Verhältnis hat oder nicht, es ist nicht gleichgültig, ob der Arbeiter in schlecht gelüfteten Räumen arbeiten muß, oder ob für gute Luft, für gutes Licht, für freundliche Arbeitsräume gesorgt wird. Es ist von unschätzbarem Wert für die Leistung eines Menschen, ob er seine Pausen an der Arbeitsbank verbringen muß, oder ob ihm Aufenthaltsräume, Speisesäle und Grünanlagen zur Verfügung gestellt werden. Immer wird die sozial und menschlich richtige Handlungsweise zu einer Leistungssteigerung des Arbeitsmenschen führen. Auch von dieser Seite aus mögen einmal der Leistungskampf und alle Fragen, die damit im Zusammenhang stehen, betrachtet werden. Zwar soll unter keinen Umständen dieser Gesichtspunkt im Vordergrund stehen, aber diese Betrachtung stellt doch eine Genugtuung für diejenigen dar, die ohne großes Wissen um wirtschaftlichen Nutzen das Richtige taten, weil sie sozial dachten und weil sie sich bemühen, Nationalsozialisten in der Wirtschaft zu sein.
Es ist kein Zufall, daß die Betriebe, die schon im vorigen Jahre im Leistungskampf standen, und vornehmlich diejenigen, die ausgezeichnet wurden, wirtschaftlich besonders gesund und leistungsfähig sind.
Es wurde schon betont, daß die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes und seine Leistungsfähigkeit Voraussetzungen sind, die im Leistungskampf zu erfüllen sind. Damit erhält das Problem neben der rein menschlichen auch noch eine technische Seite.
Es ist unmöglich, von dem deutschen Arbeitsmenschen eine gute Leistung zu verlangen, wenn ihm neben der Sorge um sein soziales Wohlergehen nicht noch Arbeitsbedingungen verschafft werden, die ihm ein gutes Arbeiten überhaupt erst ermöglichen. In dieser Hinsicht stellt der Leistungskampf der deutschen Betriebe an jeden Betriebsführer und Betriebsleiter Anforderungen, die unumgänglich sind. Gutes soziales Verständnis, gute soziale Anlagen sind in ihrer Auswirkung nicht hoch genug einzuschätzen, wenn man den Gewinn an Arbeitsfreude und Leistungsfähigkeit dem gegenüberstellt. Es ist aber ebenso notwendig, dafür zu sorgen, daß man dem Willen zur Leistung dadurch entgegenkommt, daß in technischer Hinsicht ein Betrieb in Ordnung und vorbildlich ist. Es ist kein Zufall, daß die Forderungen für „Schönheit der Arbeit" in der Werkstatt neuzeitliche Maschinen mit Einzelantrieb, gute Beleuchtung und gute Lüftung in den Mittelpunkt der Betriebsarbeit stellen, Forderungen also, die den belebenden Einfluß des Leistungskampfes auf die Leistungsfähigkeit des Betriebes erkennen lassen. Es geht nicht an, in sozialer Hinsicht vieles und alles zu tun und daneben den eigentlichen Arbeitsvorgang zu vergessen.
Der Leistungskampf wendet sich damit sowohl an die menschliche, als auch an die technische Seite eines Betriebes, und ein Erfolg wird ihm nur dann beschieden sein, wenn sein Einfluß in beiden Richtungen unverkennbar wird.

 

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