Luftschutzhaus - Luftschutzbunker  LSH Nr. 24, Günnigfelder Straße 82 Wattenscheid

Der I. Welle- Luftschutzbunker - mit Spiralarmierung- war ehemals für 456 Personen geplant, bei Fliegeralarmen jedoch mit über 2100 gezählten Menschen hoffnungslos überbelegt. Nach der Betonfreigabe am 29.8.41 fand die Bevölkerung hier Schutz. Durch 2 Bombenvolltreffer in der Nacht vom 8. auf den 9.7.43, die zur gleichen Zeit aufschlugen, wurde die Bunkerdecke beschädigt. Ein Komplettdurchschlag erfolgte in der 1,40 m starken Decke nicht. Die Decke hatte gehalten. Die entstandenen Risse mußten allerdings mit Beton wieder ausgebessert werden. Es soll einen Leichtverletzten gegeben haben, bedingt durch das Herausbrechen eines Bimssteins. Bis zum Zeitpunkt der endgültigen Reparatur war das oberste Geschoß nicht für den Verkehr der Schutzsuchenden freigegeben.

Um ausreichende Beleuchtung zu gewährleisten, waren 163 Glühbirnen nötig. Die normale Hauptbelüftung bestand aus 4 Lüftern. Für die Schutzluftanlage waren 12 Lüfter eingesetzt. Es war eine Kampfstoffbelüftungsanlage des Fabrikates Rheinwerk Wuppertal mit je 2,4er Filtern eingebaut.

Die Schutzluft konnte auch auf Handbetrieb umgeschaltet werden. Auch diese Anlage hatte einen komplett eingerichteten Arzt- und Entbindungsraum.

Im Bunker sind noch gasdichte Türen mit Gummidichtung vorhanden. Herstellerfirma war die Eisen- und Stahlbau GmbH aus Wattenscheid. Die Zwischenmauern wurden zwar entfernt, aber sanitäre Anlagen kann man noch sichten. Der Dachstuhl in Holzausbau macht einen relativ gut erhaltenen Eindruck. Er wurde  nach den Bombentreffern aufgebaut. Die noch vorhandenen Abwasserrohre aus Stahlguß zeigen, daß Wattenscheider Bunker, obwohl von der gleichen Stelle wie die Bochumer Bunker verwaltet, unterschiedliche Bauweisen und Stile aufweisen. Nach dem Krieg wurde mit Wanddurchbrüchen für Fensteröffnungen das gesamte Gebäude „demilitarisiert“. Die technische Einrichtung bestand weiter aus einer Warmwasserheizungsanlage mit zwei Kesseln, die jeweils gesondert vom Hauptbau in einem splitter- und trümmersicheren Anbau untergebracht waren. Da diese Anbauten nicht gassicher gebaut waren, hätte der Betrieb bei Gasalarm nur unter Einsatz von Schutzmasken erfolgen können. Für die Hauptbelüftungsanlage, Fabrikat Winkelsträter & Sure Wuppertal, kam eine Warmwasserheizung in den Zuluftrohren zum Einsatz.

Im Rahmen der Stadtverschönerung bekam dieser  Bunker das  Fachwerk aufgemalt, so daß der Bunker als solcher für Unbedarfte auf den ersten Blick wie ein normales Fachwerkhaus aussieht.

 

Bo_Günnigfelder

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