1908 erfindet  Carl E. Akeley  einen Apparat zum Mischen und aufspritzen von Beton  zum Patent an. Das Verfahren, ein trockenes Beton - Zement - Mörtelgemisch durch einen Förderschlauch vor Ort zu blasen ist revolutionierend. Hierbei wird das Gemisch beim Durchfliegen der Spritzdüse gleichmäßig befeuchtet. 1919 meldet der Deutschamerikaner Carl Weber,  als ehemaliger Ingenieur in Amerika tätig in Deutschland ein eigenes Patent für eine Trockenspritzmaschine an. Er gründete die Deutsche Torkret Baugesellschaft. Diese stellte die Tokretmaschinen selbst her.  Dadurch werden diese auch als Torkret - Maschinen bekannt und auch das torkretieren. Die Organisation Todt setzte dieses Verfahren erstmals in größerem Stil ein, beim Bau von Stollen und unterirdischen Fabriken

W_5_Torkret

Bergbau    Auszug aus :  Glückauf" Bd. 61 v. 1925  S. 76
Torkret  beim  Schachtabteufen.
Beim Weiterabteufen des Hauptförderschachtes der Zeche Arenberg - Fortsetzung in Bottrop wurden die Schachtstöße unter Fortfall des früher gebräuchlichen vorläufigen Ausbaues aus U- Eisenringen und Bretterverzug nach dem Torkretverfahren mit Spritzbeton gesichert. Dieser besteht aus einer Mischung von drei Teilen Rheinsand von 0 bis 8 mm Korngröße und einem Teile Portlandzement. Das ohne Wasserbeigabe mit der Hand gemischte Betonmenge wird nochmals gründlichst durchgemischt und dann mit Hilfe von Druckluft durch Schläuche zur Verwendungsstelle geführt, wo es durch 'eine Mischdüse, in der die notwendige Wassermenge zugesetzt wird, gegen die zu betonierenden Wände gespritzt wird. Die Vorrichtung ist im Kellerfüllort der dritten Sohle aufgestellt, wo auch das Gut mit der Hand gesiebt, gemischt und aufgegeben wird. Ein l m3 fassender Wasserbehälter ist oberhalb der Maschine angebracht. Beim Betonspritzen sind zwei Arbeiter auf der Schachtsohle und drei mit der Betonherstellung und Wartung der Maschine beschäftigt. Das täglich abgeteufte Stück von durchschnittlich 1 bis 2m bei 7,25 m 1. W. wird anschließend sofort fertig gespritzt. Der Schachtstoß wird nach gründlicher Abreibung zunächst mit einer 5 mm dicken Betonschicht überspritzt, über die ein leichtes Drahtgeflecht von l m Breite und 4 cm Maschenweite bei einer Drahtdicke von l mm gezogen wird. Dieses wird 3 bis 4 cm dick eingespritzt und zwei Steine stark
ausgemauert. Durch den Fortfall des vorläufigen Ausbaues wird der Abteufbetrieb wesentlich vereinfacht und die eigentliche Abteufleistung erhöht. Im ganzen sind beim Spritzverfahren auf l m 5 Schichten gegenüber 8 Schichten beim Abteufen mit vorläufigem Eisenausbau erforderlich. Als besonderer Vorteil sei erwähnt,
daß der ganze Schachtzylinder wegen der Möglichkeit des senkrechten Herunterbohrens der Stoßschüsse viel sorgfältiger ausgeschossen wird und daher die ganze' Schachtmauer eine gleichmäßigere Dicke erhält. Kleinere Wasserzuflüsse von 4,5 m3 in 24 h sind mit dem Spritzverfahren abgedichtet und auf 0,5 m3 vermindert worden. Die Gesamtkosten  einschließlich Abschreibung der Anlagen belaufen sich auf 59 M/ m.      
 

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Torkretverfahren

 

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