Das wichtigste Standbein des Luftschutzes ist das Feuerlöschwesen. Durch Bomben verursachte Brände und die daraus resultierenden Todesfälle  und Sachschäden würden ohne das Feuerlöschwesen um ein vielfaches höher liegen. In einem Bunker zu sitzen, der komplett vom Feuer eingeschlossen ist, bietet nur für kurze Zeit ausreichend Schutz. Die Menschen, die in einem brennenden Gebiet in den Schutzräumen sitzen, müssen deshalb in Sicherheit gebracht werden. Dies kann nur erfolgen, wenn die Feuerwehren in der Lage sind, durch die brennenden Zonen eine Flucht - Schneise zu schaffen. Hierzu benötigt man allerdings Wasserentnahmestellen, die nicht auf die öffentliche Wasserversorgung angewiesen sind. Aus diesem Grund wurde im Rahmen des Luftschutzes eine unabhängige Löschwasserversorgung aufgebaut.

Zisternen und offene Löschteiche

Die ersten Erfahrungen der Luftangriffe zeigten, daß eine Vielzahl von Brandherden in kürzester Zeit ganze Stadtteile in Schutt und Asche legen können. Selbst wenn ausreichend viele Löschtrupps vor Ort waren, konnten Brände nicht rechtzeitig gelöscht werden, weil bei großen Wasserentnahmemengen der nötige Wasserdruck nicht mehr zu halten war. Die Löschwasserversorgung konnte zudem meist schon mit einer einzigen Störung im Netz zusammenbrechen. In Zeiten der Luftangriffe waren die Wasserreserven im Netz schnell verbraucht. Die Pumpenförderungen aus den vorhandenen Brunnen wurde zwar um ca. 30 % erhöht (Vergleich Essen), reichten aber immer noch nicht. Aus der Erfahrung der ersten Kriegstage heraus wurden im Rahmen des Schutzbauwesen Maßnahmen ergriffen, um die durch Bomben verursachten Brände schneller bekämpfen zu können. Das "Sonderbauprogramm 1939" befaßte sich ausgiebig mit diesem Thema. Anfang 1940 wurde deshalb begonnen, zusätzliche Zisternen und Feuerlöschteiche für eine unabhängige Löschwasserversorgung anzulegen. Die gesamten zusätzlichen Bochumer Bauvorhaben beinhalteten 71 Anfahrten, Entnahmeleitungen und Stauschwellen in offenen Gewässern.. Weiterhin 17 zusätzliche Feuerlöschteiche und offene Behälter. Als größter Kostenfaktor schlugen allerdings 114 Zisternen zu Buche. In den Anfangskalkulationen waren durchschnittlich lediglich 9600 RM je Zisterne veranschlagt worden. Letztlich aber betrugen die Baukosten durchschnittlich rund 22000 RM. Da die unabhängige Löschwasserversorgung parallel zum Luftschutzbunkerbau bzw. zu den Luftschutzbaumaßnahmen erfolgte, war die bauliche Herausforderung im Bereich Materialtransporte und Fachkräftemangel immens. Die Berliner Grundkonstruktionen kamen auch in Bochum zur Anwendung. Aus diesem Grund gibt es in Bochum meist nur Standard-Zisternen in der Ausführung gemauert, Bogengewölbe mit Firstdicke 40 cm und Fundamentbreite 1,30 m, oder Betonkonstruktionen in Raumform, Deckenstärke um 40 cm, jeweils mit ca. 200 m³ Speichervolumen. Erdaushübe und Bautätigkeiten erfolgten ebenfalls wie beim Schutzbau unter Einsatz von Kriegsgefangenen. Laut einer Rechnung aus einer Wattenscheider Baumaßnahme wurden russische Gefangenenstunden mit 1,02 RM/Std. abgerechnet. Die bekanntesten Zisternen sind: Marktplatz Linden, Amtsplatz Hamme, Marktplatz Riemke und Springerplatz. Eine "doppelte Zisterne" mit ca. 500 m³ wurde nahe der Höntroper Straße angelegt und eine besonders gebaute Zisterne mit 300 - 400 m³ Speichervolumen befindet sich auf dem ehemaligen Zechengelände der Zeche Lothringen Schacht 3. Nachträglich betrachtet wurden während des zweiten Weltkrieges die größten Zerstörungen nur durch Brände verursacht.

 

Feuerlöschteichkonstruktionen

Fast unbekannt, und dennoch wurden manche Keller zerbombter Häuser als Löschwasserbehälter umgebaut und genutzt

Gemauerte Zisterne im Schnitt

FLT-1
FLT-2
FLT-6
FLT_Schema RuinenZisterne
Zisternen Statik
FLT-Saugschacht
b13

 

Gesetze
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Feuerlöscher
Chemische Feuerlöschmittel 1939
Feuerlöscher - Hersteller und Typen
Modelle und Hersteller der Einstell - bzw. Kübelspritze
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Magirus - geschweißte Stahlleiter 1931
Die Kraftfahrleiter - 1939

Normung im Luftschutz

Richtlinien für die Sicherstellung der Feuerlöschwasserversorgung im Werkluftschutz.

Werkfeuerwehr im Luftschutz - 1933

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