Wilfried Maehler

Wilfried Maehler 2011
Im Jahre 1956 kam ich in Heidelberg auf die Welt und wuchs in  Peterstal, einem schönen, von Wald umgebenen Vorort auf.  Peterstal wurde in den Heidelberger Stadtteil Ziegelhausen eingemeindet.

Mit 10 Jahren hatte ich meinen ersten unterirdischen Spielplatz  in Form eines alten Bergwerkes gefunden. Dieser beschauliche Ort der Ruhe, in dem man nur gelegentlich einen Wassertropfen fallen hörte, hatte es mir angetan.

Ab dem 12. Lebensjahr  war das Heidelberger Schloss Ziel meines Forscherdranges und als die Archäologiestudenten und Historiker mein Interesse feststellten, nahmen sie mich immer häufiger ins Schlepptau. Ab diesem Zeitpunkt las ich meine ersten Bücher über Geologie, Geographie und Geschichte

Mit 13 trat ich der freiwilligen Jugendfeuerwehr Peterstal bei.

Vom 14. Lebensjahr an verbrachte ich meine ganze, mir zur Verfügung stehende Freizeit am liebsten mit den Studenten und Fachleuten, die in und um das Heidelberger Schloß herum greifbar waren. Und manchmal konnte ich mich auch mit deren Hilfe in die historischen Vorlesungen an der Uni einmogeln

Durch Zufall stieß ich im Rahmen eines Jugendfeuerwehrtreffens, ich war gerade 16 Jahre alt,  auf meinen ersten Luftschutzstollen ohne es zu ahnen

Im 17. Lebenjahr lernte ich anläßlich eines Hochwassereinsatzes die Arbeitsweisen und Möglichkeiten des THW und des Katastrophenschutzes kennen. Parallel hierzu interessierten mich besonders einschlägige Fachbücher zu diesen Bereichen, die  in der Stadtbücherei zur Verfügung standen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Traum Forscher zu werden und die Pyramiden zu untersuchen

Nach der Lehre bekam ich zunächst eine Anstellung in einem größeren Heidelberger Chemiebetrieb, wo ich nach kurzer Zeit zum Vorarbeiter ernannt wurde. Meine zwischenzeitlich  verbesserte Mobilität erlaubte mir nun, mein Hobby räumlich stark auszuweiten. Ich war am Westwall angelangt, ahnungslos praktisch und stand vor meinen ersten echten Bunkern. Das legte sich aber recht schnell. In den Bibliotheken standen einige Werke über den Westwall zur Verfügung

Im Anschluß an die  Bundeswehrzeit, während der ich mich übrigens in Sachen Bunker bestens belesen konnte, arbeitete ich noch eine geraume Zeit in Heidelberg und zog mit meinen 23 Jahren nach Bochum, wo ich auch prompt mit einem Tagesbruch mitten auf der Straße konfrontiert wurde.

Meine ersten Jahre in Bochum bestanden aus Arbeiten in Zeitarbeitsfirmen und “Erkundungsfahrten” mit dem Motorrad. Die Zeitarbeit war auch der Grund, warum ich mir im Bereich Werksluftschutz ausgiebige Kenntnisse verschiedener Werke aneignen konnte. In den Betrieben waren zu dieser Zeit noch einige der alten Luftschutzkeller und Stollen zugänglich und die ersten Kontakte geknüpft. Zurückblickend war es erstaunlich, welches Interesse manche Geschäftsleitung zeigte, dass sich jemand unvoreingenommen “nur mal die unterirdischen Anlagen anschaut” und über die Zustände und das gesehene berichtet. Daneben reiste ich gerne in die Eifel, Westwallbunker zusammen mit  Archäologen und Historikern erkunden. Die damaligen Denkmalschützer die ich in diesem Rahmen  kennenlernte und mit denen ich zusammen Exkursionen plante und tätigte hatten zwar Interesse an diesen alten Anlagen, jedoch war das Thema an und für sich nicht genehm.

Die erste echte “Bunkerakte”, die ich im Alter von 28 Jahren zu Gesicht bekam war eigentlich eine fast komplette Konstruktion eines Luftschutzstollens, komplett mit Bauantrag, Genehmigungsverfahren,  Begründung, Baufortschritten, Arbeitergestellung, Stundennachweisen, Berichten, Statik, diversen Anordnungen, Maschinen- und Materiallieferungen, einer Anlage des Bochumer Vereins. Und weil  ausgerechnet der dazu passende Lageplan fehlte, begab ich mich auf meine erste Zielsuche - mit Erfolg

Wegen meiner damaligen selbstständigen Tätigkeit konnte ich das Hobby ein paar Jahre nur noch gelegentlich ausüben. Aber danach ging es wieder aufwärts. Als Betriebsleiter in einem Gevelsberger Betrieb hatte ich Urlaub, den ich gerne für meine Erforschungen aufbrauchte. In den überregionalen Archiven stellte ich schnell fest, daß das Thema Luftschutz so umfangreich ist, daß wenn man das Thema erhellen will, dies nicht großflächig angehen kann.

Als ich 33 Jahre alt war, stellte sich mir die Frage was ich nun machen soll. In die Breite gehen, wie alle anderen ? Luftschutz in Deutschland; Luftschutz erkunden nur in NRW? Oder sich tatsächlich nur auf einen bestimmten Bereich stürzen, diesen aber genauestens erforschen. Erst einmal hin - und hergerissen entschied ich mich, den Luftschutzort Bochum in Angriff zu nehmen. Immer noch ein großer Bereich - aber machbar. Von da an befasste ich mich primär nur noch mit dem Luftschutzort Bochum. Aus meinem beruflichen Umfeld kamen die ersten größeren Hilfestellungen.

Kurz nachdem ich  meinen 39. Geburtstag hinter mich gebracht hatte, lernte ich den Bochumer Katastrophenschutz kennen. Von dieser Zeit an kamen die Informationen die ich benötigte in zunehmendem Maße schon fast regelmäßig. Immer mehr begleiteten mich Geschichtsinteressierte, Archäologieinteressenten, Werksangehörige verschiedener Firmen oder städtische Mitarbeiter in den Untergrund. Die unterirdischen Strukturen und Zustände des Bochumer Vereins hatten es allen angetan

Der Übergang zur erweiterten Gefahrenabwehr war der beste Zeitpunkt für mich, die ganze Recherche professioneller zu gestalten. Mir wurde die bis dato “geheime” Stollen und Schächtekarte anvertraut, die ich in einer relativ kurzen Zeit mit meinen bisherigen Kenntnissen verbessern konnte, heißt Verbesserung der Lagegenauigkeiten und Fortschreibung.

Irgendwann 1999 lernte ich dann bei einer unserer Exkursionen Michael Ide kennen, der  sehr starkes Interesse für den Bochumer Untergrund und die Bochumer Geschichte zeigte, uns einfach nur mal begleiten wollte und zudem beruflich voll im Thema steckte. Es zeigte sich rasch, daß sich hier zwei zwar nicht gesucht hatten - aber gefunden

Am 11.11.2001 gründeten wir den Bochumer Studienkreis für Bunker, Stollen, Deckungsgräben und unterirdische Fabrikationsanlagen e.V. , kurz genannt Studienkreis Bochumer Bunker

2007 blickte ich  zurück und konnte sehen wie viele Kenntnisse man benötigt, um den Luftschutz in einem relativ kleinen Bereich - in einem einzigen Luftschutzort erklärbar zu machen. Die Recherche ist noch lange nicht zu Ende und wird bestimmt noch Jahrzehnte andauern und staunenswertes hervorbringen, geschichtsträchtige und vergessene Orte erhellen und der zukünftigen Stadtentwicklung dazu dienen, nicht auf Hohlräumen aufzubauen. Und wenn das Resultat der Recherchen und der Kenntnisüberdeckung prognostizierbare Tagesbruchwahrscheinlichkeiten hervorbringt, sind auch zukünftige Gefahrenstellen ausschaltbar

2008 drängte sich mir die Frage auf, wie es damals  möglich war, tausende von Luftschutzanlagen in kürzester Zeit zu bauen. Vor allem, wie die OT mit ca. 50000 Beschäftigten es fertiggebracht hatte, Westwall-, Atlantikwall- und Ostwallbunkeranlagen zu konstruieren, zu planen und bauen zu lassen und gleichzeitig den Bau von zivilen Luftschutzbunkern, wie auch Werksluftschutzanlagen organisieren.

2009 fand ich für viele aufgestaute Fragen die erste Antwort. Planung und Logistik wurden bei der OT unter Zuhilfenahme von Lochkarten  getätigt.

Meine Highlights:

Jugendfeuerwehr001

An meine Zeit in der Jugendfeuerwehr Peterstal erinnere ich mich gern

Jugendfeuerwehr002

Daneben gehe ich auch heutzutage noch gelegentlich gerne kickern.  Angefangen habe ich  damit während meiner Schulzeit. Ein Glücksfall für mich war, daß ich gleich an die richtigen Leute geraten bin, die mir grundlegende Möglichkeiten einen Ball ins Tor zu bekommen, beibrachten. Damals gab es noch überwiegend Kickerpüppchen mit Gummifüßen und recht weiche Bälle.  Die modernen Tische erfordern ein klein wenig andere Spiel-Techniken als früher. Nachdem ich ein paar Tischarten  testete um mich auf die modernen Spielweisen einzustellen, denke ich, daß das Spiel auf einem Ulrich mir am besten liegt. Noch spielbare Bälle, hart genug auch schnelle Bälle loszulassen und weich genug auch Quetschbälle hinzubekommen. Wegen der etwas härteren Füße liegt derzeit mein Problem darin, ordentlich und “regelkonform” passen zu können, aber ich arbeite dran

Man kann auch mal ins schwitzen kommen - manchmal

WÜU2

 

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