Reichsminister Dr.Ing. Todt
Geb. 4. September 1891   Gestorben 8. Februar 1942

Im Ausklang eines Sonntagabends, als das deutsche Volk die Nachrichtensendung des Rundfunks hörte, kündigte plötzlich der Sprecher ein erschütterndes Ereignis an. Der Ton der Stimme ließ Schweres ahnen:
In soldatischer Pflichterfüllung ist REICHSMINISTER DR.-ING. TODT bei Durchführung seiner militärischen Aufgaben durch Flugzeugabsturz tödlich verunglückt.
Der erste Ingenieur des Führers wurde mitten aus vollstem Schaffen durch ein tückisches Schicksal herausgerissen. Ein Schauer überlief alle, die es hörten; es erschütterte besonders die Ingenieure, die mit seiner Arbeit verbunden waren, und traf noch tiefer die, die ihn persönlich kannten.
Es war kein gewöhnliches Leben, das hier endete, und es war mehr als nur Arbeit oder Pflichterfüllung, aus der Dr. Todt herausgerissen wurde. Der Tod packte ihn mitten in der vollen Hingabe an große Aufgaben, mitten in seinem Dienst als Ingenieur am Führer und deutschen Volk. Unter dieser Einheit stand das ganze Leben des Verstorbenen: In den Reihen der Partei entwickelte er seine schöpferische Kraft. Sie setzte er ein, als der Führer ihm, seinem alten Mitkämpfer, bei der Machtübernahme die Aufgabe stellte, als Fachmann das große Straßenbauprogramm zu verwirklichen. Mit seiner ganzen Persönlichkeit lebte er bei allen seinen Aufgaben den selbstlosen Einsatz vor, er arbeitete von früh bis in die späten Nächte, übernahm unerschrocken größte Aufträge — und meisterte sie.
Fast braucht man seine Aufgaben hier nicht aufzuzählen, so sehr sind sie zum Begriff auch des einfachsten Volksgenossen geworden: Er erbaute die Straßen des Führers; er schuf den Westwall in unvorstellbar kurzer Zeit; er richtete die deutsche Technik nationalsozialistisch aus; er organisierte und regelte den Einsatz der Bauwirtschaft; er stellte die wirkungsvolle Organisation Todt auf, Im März 1940 übertrug ihm der Führer das verantwortungsvolle Amt des Reichsministers für Bewaffnung und Munition. Im August 1941 ernannte er ihn zum Generalinspektor für Wasser und Energie. Wahrlich, eine Fülle großer Aufgaben und Ämter, je für sich einen ganzen Mann ausfüllend. Wie konnte er sie meistern? Seine starke Persönlichkeit und sein tiefer, hingebungsvoller Glaube an die Sendung des Führers gaben ihm die Kraft, selbst Ungewöhnliches zu leisten, aber auch Ungewöhnliches von seinen Mitarbeitern zu fordern und seine riesige, vielseitige Gefolgschaft mit seinem Geist und Glauben zu erfüllen. So verschieden die Aufgaben technisch waren, in einem flössen sie immer wieder zusammen: in dem Willen, dem Führer bei seinem Aufbauwerk und bei der Verteidigung des Reiches als Ingenieur zu helfen und zu dienen.
Mancher andere hätte sich bei diesen Aufgaben im Organisatorischen erschöpft oder wäre im engeren technischen Bereich geblieben. Fritz Todt dagegen war Ingenieur im Ursprungssinne dieser Berufsbezeichnung: er besaß das Ingenium. Sein Blick erfaßte jede Aufgabe in ihrer ganzen Weite. So sah er in den Reichsautobahnen nicht Schnell Verkehrswege schlechthin. Sie waren ihm vielmehr Adern des völkischen Lebens und Teile der Landschaft zugleich; sein ganzes Wirken ging darauf hinaus, sie harmonisch in die Landschaft einzubetten, den Schwung der Täler und Hügel mitzuschwingen, Weiten zu erschließen und Ausblicke zu gewinnen. Als er bei seinem Amt die Stellungen eines Landschaftsanwaltes und eines Referenten für naturgesetzliches Bauen schuf - eine Tat ohne Vorbild - , brachte er diese neue Baugesinnung auch organisatorisch zum Ausdruck.
Damit aber war für Dr. Todt die Betätigung seines nationalsozialistischen Ingenieurtums noch nicht erschöpft. Ihm gab der Bau der Autobahnen zusätzlich eine erwünschte Gelegenheit, dem Arbeiter praktischen Nationalsozialismus vorzuleben und nahezubringen. Das Wesen der Bauaufgaben, ortsgebunden und zeitlich begrenzt zu sein, schien es wie ein Naturgesetz mit sich zu bringen, daß die Arbeiter auf den Baustellen meist zusammenhanglose Belegschaften bildeten. Todt glaubte nicht an ein solches Gesetz, und in der Tat gelang es diesem gläubigen Nationalsozialisten, aus der riesigen, oft bunt zusammengewürfelten Arbeiterschaft der Autobahnen eine Gefolgschaft zu machen. An die Stelle der Behelfsunterkünfte traten die vorzüglich geführten Reichsautobahnlager, wenn irgend möglich in reizvoller Lage, etwas abseits von der Arbeitsstätte und doch in ihrer nächsten Nähe. In dem Gedanken, an einem großen Werk unter einem begeisterten und begeisternden Leiter gemeinsam zu schaffen, schweißte er die Männer zusammen, schnell und sicher wie nie zuvor bei einem räumlich so ausgedehnten Unternehmen.
Sein umfassender Blick auf das Ganze und sein eigener Sinn für die Kunst ließen ihn mitten im stärksten Drang der Arbeit nie vergessen, daß neben den Bauwerken der Technik die Kunstwerke es sind, die weithin vom Schaffen der Menschen künden. So zog er schon beim Bau der Autobahnen bildende Künstler in seine Nähe, die das werdende Werk und den schaffenden Menschen gestalteten. Das setzte er fort beim Bau des Westwalles. Selbst mitten im Kriege nahm er sich die Zeit, Maler und Dichter an die Großbaustellen seiner O.T. zu führen und ihnen persönlich zu zeigen, welcher Geist hinter diesen technischen Bauwerken steht. An seinem 50. Geburtstage, im September 1941, machten seine Mitarbeiter ihm die Freude, die Früchte dieses Schaffens der Künstler in einer Ausstellung zusammenzufassen.
Und nun der Fachmann Todt: Als die Arbeitslosigkeit noch groß war, bevorzugte er Handarbeit, um sofort zum Großeinsatz der Maschinen überzugehen, sobald es geboten war. Die Dringlichkeit seiner Aufgaben ließ ihn keineswegs den hohen Wert der Forschung vergessen. In der Gründung der Forschungsgesellschaft für das deutsche Straßenwesen und der tatkräftigen Unterstützung der technisch-wissenschaftlichen Gemeinschaftsarbeit und der Forschungsinstitute kommt das deutlich zum Ausdruck. Vom Ingenieur forderte er weiten Blick und politisches Verständnis, aber ebenso sehr verlangte er solides Wissen und gründliches technisches Können. Dem Neuen zugewendet, wußte er den hohen Wert gediegener Überlieferung hoch zu schätzen, die sich immer wieder bewährt. Das war der tiefere Grund, weshalb er bei dem Zusammenschluß aller deutschen Ingenieure im Nationalsozialistischen Bund Deutscher Technik immer wieder die Notwendigkeit betonte, die arbeitswilligen und leistungsfähigen technisch-wissenschaftlichen Vereine selbständig zu erhalten. Nicht Organisation, sondern lebendiger Organismus, aus lebenden Einzelzellen aufgebaut, war das Ziel, das er stets verfolgte.
Das Bild seiner Persönlichkeit wäre nicht vollständig, wollte man nicht seine Bescheidenheit und Zurückhaltung erwähnen. Wohl stellten die großen Aufgaben des Führers den Generalinspektor, dann den Reichsminister Dr.-Ing. Todt immer wieder in den Blickpunkt des Volkes, ja der Welt, er selbst aber blieb bescheiden und einfach, der Kamerad unter Kameraden.
Daß diese Persönlichkeit voll tiefer Hingabe an den Beruf und voll Idealismus sich bei seiner Tageslast auch noch ganz für seine Berufskameraden einsetzte, das ist dem Verstorbenen nicht genug zu danken. Als Leiter des Hauptamtes für Technik der Partei, als Reichswalter des NSBDT. und als Leiter des Amtes für technische Wissenschaften der DAF. stellte er das Schaffen des Ingenieurs auf allen Gebieten in den Dienst des Staates und der Partei. Er zeigte dem Ingenieur die ganze Weite der Aufgaben, die der Führer gerade unserem Beruf stellt.
Der Verein deutscher Ingenieure im NSBDT. verliert in ihm seinen Vorsitzenden. Im Jahre 1938 hatte er diesen Vorsitz übernommen. Mit klarer nationalsozialistischer Zielsetzung und im Vertrauen auf die Leistungsfähigkeit der ehrenamtlichen Gemeinschaftsarbeit der Ingenieure stellte er diesem größten technisch-wissenschaftlichen Verband im Frieden und im Kriege seine Aufgaben und führte ihn aufwärts. Der Verein bleibt ihm zu tiefstem Dank verpflichtet.
Es ist erschütternd, sich sagen zu müssen, daß Dr. Todt nun nicht mehr unter uns ist. Gerade in dem Zeitpunkt, als er seinen eigenen großen Arbeitsschwung noch steigerte, um dem Führer noch mehr Waffen und Munition zu schaffen und um daneben die Erschließung des Ostens vorzubereiten, rief ihn viel zu jung das Schicksal ab. Fritz Todt ist tot, leben aber wird sein Geist, sein Idealismus, sein Glaube und seine Hingabe in uns deutschen Ingenieuren. Nicht in seinen großen Bauten allein, auch in uns soll er fortleben durch ehrendes Gedenken und durch die Tat.
Verein deutscher Ingenieure im NSBDT.



Quelle: VDI Zeitschrift Bd.86, Nr. 7/8, v. 21.2.1942, S. 98 -99
 

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